Kraniche beobachten in der Mecklenburgischen Seenplatte

Friedrichshof · Mecklenburgische Seenplatte

Kraniche beobachten in der Mecklenburgischen Seenplatte

Die Menschen, die du in den Mooren um Kieve und Melz triffst, kommen fast immer wegen des Herbstzugs der Kraniche – ab Mitte September beginnt die Hauptzeit.

Die Mecklenburgische Seenplatte ist eines der wichtigsten Rast- und Brutgebiete für Kraniche in Deutschland. Vom Friedrichshof in Melz aus erreichst du bekannte Beobachtungsorte an der Müritz – und erlebst oft schon auf dem Weg die trompetenden Formationen am Himmel.

Hier findest du die beste Zeit, die wichtigsten Plätze in der Nähe und klare Hinweise für die aktuelle Saison. Zum Wandern: unsere Touren ab Melz; für Museen und Orte: die Ausflugsziele.

Warum die Kraniche hier Station machen

Sichere Schlafplätze

Kraniche übernachten im flachen Wasser von Seen und Mooren. Dort kommen Füchse und andere Räuber kaum an sie heran.

Futter in der Nähe

Tagsüber fressen sie auf abgeernteten Mais- und Getreidefeldern und tanken Reserven für den Weiterflug nach Frankreich und Spanien.

Der Tagesablauf, den man sehen will

Kraniche aus Skandinavien, dem Baltikum und Russland ziehen im Herbst nach Südwesten. Unterwegs rasten sie in Norddeutschland: Laut Landestourismus bis zu 50.000 Kraniche gleichzeitig in Mecklenburg-Vorpommern – in der Saison 200.000 bis 300.000 in ganz Norddeutschland.

Bei Sonnenaufgang fliegen sie laut trompetend zu den Feldern. In der Dämmerung kommen sie in Keilformation zu den Schlafplätzen zurück. Diesen Einflug am Abend erlebt man am eindrucksvollsten.

Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem das wichtigste Brutgebiet der Kraniche in Deutschland: Von rund 12.000 Brutpaaren bundesweit leben etwa 5.000 hier – in Mooren, feuchten Erlenwäldern und zuwachsenden Seen. Deshalb siehst du die Tiere auch außerhalb der Zugzeit.

Wann

Herbstzug

Etwa Mitte August bis Ende Oktober, am stärksten im Oktober. Allein an der Müritz dann bis zu 10.000–13.000 Kraniche auf gut einem Dutzend Schlafplätzen.

Frühjahr

Mitte März bis Anfang April. Mit etwas Glück siehst du den „Kranichtanz“ bei der Balz.

Mehr als Kraniche

Im Herbst auch tausende Gänse, Singschwäne, Seeadler, Raufußbussarde und viele Entenarten – Spektiv-Fans bleiben oft länger als nur für die Kraniche.

Bekannte Beobachtungsorte in der Nähe

Rederangsee bei Federow (Müritz-Nationalpark)

Bekanntester Ort · Kranich-Ticket erforderlich · Nationalparkinformation Federow

Die Straße wird abends gesperrt; Zugang nur mit dem Kranich-Ticket. Geführte Tour vom 17.08. bis 31.10., ca. 3 Stunden und 4 km, max. 25 Personen. Preise typischerweise 21 € Erwachsene / 10 € Kinder (Buchung über Reservix). Hunde sind nicht erlaubt; unauffällige Kleidung empfohlen.

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Gnever Kieskuhle bei Ludorf

Erhöhter Aussichtspunkt · Müritz-Radweg · von Kieve vergleichsweise nah

Vom Aussichtspunkt siehst du den abendlichen Einflug über der Müritz – ohne Ticket-Pflicht wie am Rederangsee, aber mit Rücksicht auf Wege und andere Beobachter.

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Mönchsee zwischen Wredenhagen und Mönchshof

Direkt neben Kieve · 293 ha Schutzgebiet · Beobachtungsplattform am Ostufer

Bruchwald und Röhricht; am Ostufer bei Mönchshof steht eine Beobachtungsplattform. Gut geeignet, wenn du nahe am Friedrichshof bleiben willst.

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Schiffstouren der Weißen Flotte Müritz

August bis Oktober · mit vogelkundlicher Begleitung

Von August bis Oktober bietet die Weiße Flotte Müritz Kranichtouren mit Vogelkundigen an Bord – eine entspannte Alternative zum Stehen am Ufer.

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Und die Moore bei Melz und Kieve?

Für die Moore direkt bei Kieve und Melz ist kein offiziell ausgewiesener Kranich-Schlafplatz öffentlich bestätigt. Wahrscheinlich gilt dreierlei:

  • Viele Gäste wohnen hier ruhiger als direkt an der Müritz und fahren abends zu den bekannten Orten.
  • Kleinere Moore dienen örtlichen Brutpaaren und kleinen Trupps als Schlafplatz.
  • Flugwege zwischen Feldern und Schlafplätzen führen oft über die Gegend – am Himmel bist du mittendrin.

Kranichschützer halten kleine Schlafplätze bewusst geheim, damit niemand stört. Bleib auf markierten Wegen und halte Abstand.

Wichtig in diesem Jahr (2026)

Die Zahlen sind 2026 deutlich niedriger als sonst. An der vorpommerschen Küste wurden Ende August rund 4.300 Kraniche gezählt, im Vorjahr zur selben Zeit etwa 6.700. Gründe:

  • Die Vogelgrippe hat im Herbst 2025 rund 40.000 Kraniche getötet – etwa 10 % der westeuropäischen Zugpopulation.
  • Wegen der Dürre haben in Mecklenburg-Vorpommern etwa 5 % der Brutpaare ihre Reviere nicht besetzt.

Wer beobachtet, sollte besonders auf Abstand und markierte Wege achten. Tote Vögel nicht anfassen, sondern melden.

Quellen

Vom Friedrichshof aus in die Kranichzeit

Melz liegt mittendrin – morgens und abends oft schon am Himmel, abends an den bekannten Plätzen. Ob als Basis für die Saison oder als ruhiger Rahmen für ein Retreat: Hier bist du nah am Geschehen, ohne im Trubel zu stehen.

FAQ

Häufige Fragen

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