Viele Fastenregeln verbieten Kaffee, Tee und Gewürze pauschal – als wären sie Genussmittel, die den Verzicht stören. In Der neue Fasten-Code argumentieren Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann und Johanna Katzera anders: Bestimmte Getränke und Pflanzenstoffe wirken als Fastenimitatoren. Sie können zelluläre Fasteneffekte – vor allem die Autophagie – zusätzlich anregen, ohne den Fastenstoffwechsel zu torpedieren.
Was Fastenimitatoren sind
Autophagie ist das Recyclingprogramm der Zelle: fehlerhafte Proteine und Organellen werden abgebaut. Klassisch startet sie nach längerer Nahrungskarenz. Fastenimitatoren sind Stoffe, die ähnliche Signale setzen – teilweise sogar früher als das Fasten allein. Kalorienfreie oder sehr kalorienarme Varianten lassen sich deshalb sinnvoll in Heilfasten und Intervallfasten integrieren.
Kaffee und Espresso
Schwarz, ohne Milch, Zucker und Süßstoffe. Mit oder ohne Koffein – beides kann laut Buch die Autophagie früher anstoßen. Koffein unterstützt zusätzlich die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Fettgewebe; Bewegung kann sie verbrennen. Wer gewohnt ist zu koffeinieren, vermeidet Entzugskopfschmerzen, die oft fälschlich als „Detox“ gelabelt werden. Ein bis zwei Tassen können zudem die beim Fasten oft abnehmende Schilddrüsenfunktion und damit den Stoffwechsel stützen. Auch Darm und Leber profitieren.
Grüner Tee
Ebenfalls erlaubt und als Fastenimitator genannt. Polyphenole wie EGCG werden mit mTOR-Hemmung und AMPK-Aktivierung in Verbindung gebracht – Signalwege, die Autophagie begünstigen. Wasser, Kräutertee und grüner Tee bilden zusammen die Getränkebasis eines Fastentags.
Chili und Kurkuma
Mit Chili oder Kurkuma lassen sich Fastenspeisen und Getränke anreichern. Capsaicin (Chili) wird im Buch auch im Kontext der Leberunterstützung genannt; Kurkuma gehört zu den klassischen Fastenimitatoren der Pflanzenküche. Wenig reicht – es geht um Signalstoffe, nicht um scharfe Mahlzeiten.
Kleine Snacks mit großem Signal
Als kleiner Fastensnack genannt: Erdnüsse, Mandeln oder Kürbiskerne. Erdnüsse mit Häutchen liefern u. a. Resveratrol; Weizenkeime liefern Spermidin – einen Autophagiehelfer. Das sind keine Freibriefe für Dauersnacking, sondern gezielte, sparsame Impulse, oft im Rahmen eines mikrobiomfreundlichen Fastentags mit begrenzter Kalorienmenge.
Öle als Begleiter
Ein bis zwei Esslöffel Oliven-, Raps-, Walnuss- oder Leinöl täglich: Sättigung, entzündungshemmende Effekte, ohne den Fastenstoffwechsel zu stören. Ein Klassiker aus dem Buch: schwarzer Kaffee plus ein Löffel polyphenolreiches Olivenöl – ähnlich einem „Bulletproof“-Ansatz, aber ohne Milchprodukte.
Was nicht dazu gehört
- Milch, Zucker, Süßstoffe im Kaffee
- Süßstoffgetränke als „kalorienfreier“ Ersatz
- Große Nussmengen oder Dauerknabbern
Mehr zum Tagesablauf: Der mikrobiomfreundliche Fastentag. Zur Zellbiologie: Autophagie aktivieren.
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Auf dem Friedrichshof
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Weiterführende Quellen
- Michaela Axt-Gadermann & Johanna Katzera: Der neue Fasten-Code, Südwest Verlag / Penguin
- Hochschule Coburg: Modernes Fasten & Mikrobiom
- Autophagie aktivieren
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.