Fasten kann Gewicht und Entzündungen senken – und gleichzeitig den Stoffwechsel drosseln. In Der neue Fasten-Code beschreibt Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann diesen Sparmodus als biologische Notreaktion: Je länger und strenger der Verzicht, desto stärker versucht der Körper, mit weniger Energie auszukommen. Wer das ignoriert, wundert sich später über Jo-Jo und Heißhunger.

Warum der Stoffwechsel runterfährt

„Stoffwechsel“ meint hier vor allem den Energieumsatz – was der Körper verbrennt oder speichert. Beim Fasten greifen mehrere Hebel:

  • Die Schilddrüse drosselt oft ihre Aktivität.
  • Muskeln können abgebaut werden – weniger Muskelmasse heißt weniger Grundumsatz.
  • Hormone und Stressachsen (u. a. Cortisol) verschieben sich.

Das ist evolutionär sinnvoll: In Hungerzeiten überlebt, wer sparsamer wird. Für moderne Abnehmziele fühlt es sich wie Sabotage an.

Jo-Jo ist nicht nur Willenskraft

Im Buch wird die Nachbeobachtung ehemaliger Teilnehmer der US-Show „The Biggest Loser“ zitiert (Fachzeitschrift Obesity): Nach Jahren lag der Grundumsatz teils um Hunderte Kalorien niedriger; viele nahmen wieder zu. Die Forscher führten das nicht primär auf mangelnde Disziplin zurück, sondern darauf, dass der Organismus die extreme Phase „nicht vergessen“ hatte. Wer dann „normal“ isst, liegt relativ zum neuen, niedrigeren Bedarf im Plus.

Schilddrüse und Kaffee

Fasten kann die Schilddrüsenfunktion und damit die Kalorienverbrennung dämpfen. Axt-Gadermann nennt regelmäßigen Kaffee (ein bis zwei Tassen, schwarz) als möglichen Support für dieses Stoffwechselorgan – neben Autophagie und Fettsäurefreisetzung. Mehr dazu: Fastenimitatoren.

Was den Sparmodus abfedert

  • Bewegung – mindestens eine Stunde täglich; Kraftreize schützen Muskeln.
  • Etwas Eiweiß bei längeren Kuren – gegen übermäßigen Muskelabbau (Balance: Extreme High-Protein-Diäten belasten die Niere).
  • Nicht maximal radikal fasten – Intervallfasten oder Brühen-/Snack-Konzepte sind oft nachhaltiger als wochenlanges Wasserfasten.
  • Aufbauphase ernst nehmen – sonst verpufft der Effekt. Siehe Was passiert nach dem Fasten?

Vertiefung zu Risiken insgesamt: Kann Fasten auch schädlich sein? · Muskeln: Muskelabbau vermeiden.

Weiterlesen zum mikrobiomfreundlichen Fasten

Auf dem Friedrichshof

Am Friedrichshof verbinden wir Fasten mit Natur, Bewegung und klarer Begleitung – mikrobiomfreundlich und ohne Glaubersalz. Entdecke unser Fastenwandern im Müritz-Nationalpark, Scheinfasten oder das Longevity-Retreat.

Weiterführende Quellen

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung.