Beim »Mikrobiomfasten nach Axt-Gadermann« steht die Darmflora im Zentrum – nicht als Modewort, sondern als Schaltstelle für Stoffwechsel, Blutzucker, Entzündungen und Gewicht. In Der neue Fasten-Code (und zuvor in Schlank mit Darm) erklärt die Autorin, warum manche Menschen bessere »Futterverwerter« sind als andere – und was Fasten damit zu tun hat.

Warum das Mikrobiom über Kalorien mitentscheidet

Rund 100 Billionen Bakterien im Darm regulieren, wie effizient Nahrung verwertet wird. Keimfreie Mäuse bleiben magerer; besiedelt man sie mit Darmbakterien, steigt Körperfett und Blutzucker – obwohl sie nicht mehr fressen, oft sogar weniger. Beim Menschen finden sich bei Adipositas typischerweise:

  • ein verschobenes Verhältnis der Hauptstämme Firmicutes und Bacteroidetes,
  • geringere Artenvielfalt,
  • weniger gewichtsregulierende Arten wie Faecalibacterium prausnitzii oder Akkermansia muciniphila.

Die »dick machende« Flora lässt sich sogar übertragen: Schlanke Mäuse, die das Mikrobiom übergewichtiger Tiere (oder menschenübertragene Keime) erhielten, nahmen trotz gleichem Futter zu. Übergewicht kann also auch eine Frage der bakteriellen Kalorienausbeute sein – nicht nur der Willenskraft.

Fasten verändert die Darmflora – aber wie?

Die meisten Studien zeigen: Phasen ohne Nahrung wirken positiv auf Vielfalt und Zusammensetzung. Die Richtung hängt stark ab von:

  • Heilfasten mit oder ohne Abführen,
  • Intervallfasten und dem, was im Essfenster gegessen wird.

Ramadan-ähnliches Intervallfasten wurde u. a. mit Anstieg kurzkettiger Fettsäuren (Butyrat, Acetat, Propionat) in Verbindung gebracht – Stoffwechselprodukte aus präbiotischen Ballaststoffen, die Darmschleimhaut und Sättigungshormone unterstützen.

Was das Mikrobiom definitiv nicht braucht: ausgespült zu werden. Darmreinigungen gehören im Fastencode zu den Maßnahmen, die Diversität und Gewichtsregulation eher sabotieren.

Biorhythmus der Bakterien

Auch Darmbakterien folgen Tagesrhythmen. Ballaststoffe und Probiotika deshalb eher tagsüber zuführen – wenn das Mikrobiom aktiv ist –, nicht rund um die Uhr und nicht mitten in der Nacht. Beim Intervallfasten gelingt die Präbiotika-Versorgung ohnehin über die Mahlzeiten im Essfenster.

Brechen Ballaststoffe das Fasten?

Entscheidend sind kalorienarme, präbiotische Fasern, die den Fastenstoffwechsel nicht stören: etwa Glucomannan, Inulin, Flohsamen, resistente Stärke, Akazienfasern – immer mit viel Flüssigkeit, langsam gesteigert. Weitere präbiotische Quellen aus dem Buch: Mandeln, Chia, Leinsamen, grüner Tee, Granatapfel, Beeren, dunkle Schokolade, Kaffee, diverse Gemüse und Früchte mit D-Mannose.

Praktisch fürs Gewichtsmanagement

  1. Fasten ohne Glaubersalz/Darmspülung
  2. Mikrobiom während und nach der Kur mit Synbiotika und Ballaststoffen stützen
  3. Im Essfenster pflanzenreich und vielfältig essen – Diversität füttern
  4. Nach dem Fasten nicht in Süßstoff- und Fertigkostmuster zurückfallen

Vertiefung: Darmgesundheit und Intervallfasten für Einsteiger.

Weiterlesen zum mikrobiomfreundlichen Fasten

Auf dem Friedrichshof

Am Friedrichshof verbinden wir Fasten mit Natur, Bewegung und klarer Begleitung – mikrobiomfreundlich und ohne Glaubersalz. Entdecke unser Fastenwandern im Müritz-Nationalpark, Scheinfasten oder das Longevity-Retreat.

Weiterführende Quellen

  • Axt-Gadermann: Der neue Fasten-Code / Schlank mit Darm
  • Arbeiten von Jeffrey Gordon zur Übertragbarkeit adipogener Mikrobiota

Hinweis: Information, keine medizinische Beratung.