Fasten hat belegte positive Effekte – vor allem bei Stoffwechselproblemen und Entzündungen. In Der neue Fasten-Code betont Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann trotzdem: Fasten ist kein Universalrezept. Vor allem längere und strenge Kuren können Nebenwirkungen haben. Wer die Risiken kennt, kann Vorsorge treffen oder das Konzept anpassen.
Immunsystem: ein zweischneidiges Schwert
Fasten verändert Abwehrzellen messbar. Forscher um Valter Longo beschreiben, dass wiederholte Fastenzyklen Lymphozyten für die Krebsabwehr stärken können; auch Autoimmunprozesse lassen sich möglicherweise günstig beeinflussen. Gleichzeitig deuten Studien darauf hin, dass längeres Fasten oder reines Wasserfasten Teile der Abwehr schwächen: Es fehlen Proteine und Mikronährstoffe, Infektanfälligkeit kann steigen, Impfungen wirken rund um eine Kur schlechter.
Mechanisch läuft vieles über Stress: Cortisol steigt, Monozyten werden aus dem Blut ins Knochenmark zurückgeholt und »sparen«. Entzündungen gehen oft zurück – deshalb fühlen sich Rheuma-Patienten währenddessen häufig besser. Nach dem Fasten können dieselben Zellen verändert zurückkehren und Entzündungen stärker anfachen. Japanische Arbeiten zeigten bei zweitägiger Nulldiät einen drastischen Verlust von Lymphozyten im Darm (rund −50 %). Das darmeigene Immunsystem – Sitz von etwa 70 % der Immunzellen – ist dann anfälliger für Magen-Darm-Infekte. Kombiniert mit Glaubersalz wird das Risiko noch größer.
So stützt du die Abwehr beim Fasten
- Ideal: Frühling/Sommer; in Erkältungszeiten Menschenansammlungen meiden
- Bei längeren Kuren: Ruhe statt Doppelstress mit Job
- Impfungen: 3–4 Wochen Abstand zu längeren Heilfastenkuren (nicht nötig beim gelegentlichen Intervallfasten)
- Probiotika für Schleimhautschutz (sIgA)
- Bei mehrtägigem Fasten: niedrig dosierte Mikronährstoffe erwägen
Stoffwechsel im Sparprogramm
Je länger und strenger der Verzicht, desto stärker drosselt der Körper den Energieverbrauch – Schilddrüse, Muskelabbau, Hormone. Die Nachbeobachtung ehemaliger »Biggest Loser«-Teilnehmer (publiziert in Obesity) zeigte: Nach Jahren war der Grundumsatz teils um Hunderte Kalorien niedriger; viele nahmen wieder zu – nicht primär aus Willensschwäche, sondern weil der Stoffwechsel die strenge Phase »nicht vergessen« hatte.
Deshalb plädiert der Fastencode für mikrobiomfreundliche, nicht maximal radikale Formate: Bewegung gegen Muskelverlust, etwas Eiweiß bei längeren Kuren, Kaffee als möglicher Support für die Schilddrüsenfunktion, und nach dem Fasten eine kluge Aufbaustrategie statt Jo-Jo.
Mehr dazu: Muskeln beim Fasten schützen, Was passiert nach dem Fasten?
Für wen Fasten ungeeignet oder riskant ist
- Untergewicht, Essstörungen (aktuell oder in der Vorgeschichte)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Bestimmte Stoffwechsel-, Herz-, Nieren- oder Darmerkrankungen
- Medikamente, die engmaschige Ernährung erfordern
- Akute Infekte – Fasten zusätzlich belasten die Abwehr
Im Zweifel: ärztlich abklären. Intervallfasten ist oft die niedrigschwelligere Alternative zum mehrtägigen Wasserfasten – siehe Intervallfasten für Einsteiger.
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Auf dem Friedrichshof
Am Friedrichshof verbinden wir Fasten mit Natur, Bewegung und klarer Begleitung – mikrobiomfreundlich und ohne Glaubersalz. Entdecke unser Fastenwandern im Müritz-Nationalpark, Scheinfasten oder das Longevity-Retreat.
Weiterführende Quellen
- Axt-Gadermann & Katzera: Der neue Fasten-Code, Kapitel »Kann Fasten auch schädlich sein?«
- Forschungsarbeiten zu Fasten und Immunzellen (u. a. Longo; Swirski zu Monozyten)
Hinweis: Information, keine medizinische Beratung.